Zwischen Kunst und Wissenschaft: Künstlerin Reina Suyeon Mun

Interactive installations, short film, speculative projects and hybrid drawings: So bescheibt die Künstlerin Reina Suyeon Mun ihre Werksformen. Die Absolventin des Architekturstudiums in London hat neben der Architektur starkes Interesse an theoretischer Physik. Sie thematisiert in ihren Arbeiten sowohl Neue Medien und Kunst als auch Wissenschaft und Technologie. Die Basis ihrer Arbeit bildet jedoch die Architekturpädagogik, bei der sie sich auf die Interaktion zwischen Medien und Menschen konzentriert. Durch die aktive Partizipation werden ihre Arbeiten zur Vermittlern der individuellen Werkserfahrung:

„My query lies in  the prospective collaborations between art and science; beyond employing science as a method to express and develop aesthetic qualities.“

Laut einem Interview im CLOT Magazine, war es nie ihr Plan Künstlerin zu werden. Sie hat in ihrer Laufbahn verschiedene Wege und Medien ausprobiert. Stets mit dem Einfluss der theoretischen Physik. Auf das Studium hatte sie sich zuvor vorbereitet, sich dann aber doch für Kunst und Design entschieden. Heute gehen ihre Arbeiten über die bloße Visualisierung eines Phänomens hinaus und reichen von Physik über Architektur bis hin zur Thematisierung von Geschlechtsidentität. Unter anderem liegt der Fokus ihrer Arbeit auf dem Schwerpunkt Raum und Zeit, wie bei Timeless Probe und ∆(x,y,z,t) on Lorentz.[1]

„Timeless Probe is a reactive model that embeds the narratives of Einstein’s Block Universe Theory. Its motorized arms move according to the observer’s motion in the vicinity. Time is not a flowing entity; It exists in a form of coordinates just like the spatial entities: x-coordinate, y-coordinate and z-coordinate.” 

Reina Suyeon Mun versuchte in Anlehnung an Einsteins Theorie, die Konzepte zu vereinfachen. Wie wird zum Beispiel Raumzeit wahrgenommen, wenn die Beobachter sowohl Raum als auch Zeit wahrnehmen, wobei alle Entitäten (x, y, z, t) in Form von Koordinaten vorliegen? Ihre Werke beruhen somit auf Konzepten, dessen gedanklicher Prozess von physikalischen Phänomenen inspiriert wurde. Wie auch die Arbeit ∆(x,y,z,t) über die Lorentz-Transformation. Diese Koordinatentransformation zeigt zwei sich mit konstanter Geschwindigkeit relativ zueinander bewegende Koordinatenrahmen, die sich so in Beziehung miteinander setzen.

„Δ(x, y, z, t) is an interactive interface installation made based on the concept of Lorentz Transformation. An observer’s motion through space has direct impacts on how fast their clock ticks – hence the clock of an observer walking ticks slower than the observer at rest.”

Reina Suyeon Mun erzählt mit Hilfe von theoretischer Physik Geschichten, die den Blick verändern sollen: Wie man Situationen lesen und diese verstehen kann. Zusammenfassend spielt die Künstlerin mit der Interaktion der neuen und zeitbasierten Medien, um die Welt und ihre Zusammenhänge immer weiter zu erkunden – künstlerisch, technologisch und ästhetisch.

Du willst es genauer wissen?


[1]https://www.clotmag.com/news/insight-inside-reina-suyeon-muns-space-time-artworks

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.