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NFTs: Vom Hype zum Unverständnis?

Non-Fungible Tokens sind momentan der letzte Schrei: Ob die F.A.Z., Monopol oder Die Zeit. Alle berichten über die Kryptowährung mit der man virtuelle Kunstwerke, Einzelobjekte oder Computerspiele kaufen kann. Warum dieser Hype? 

„People have long attached emotional and aesthetic value to physical goods, like fine art or baseball cards, and have been willing to pay a lot of money for them. But digital media has not had the same value because it can be easily copied, shared and stolen.”[1] – Erin Griffith

Laut Erin Griffith, Autorin der New York Times, ändert sich genau das durch die Blockchain-Technologie. Künstler*innen und Musiker*innen können mithilfe dieses „Echtheitszertifikats“ Originale und offizielle Kopien ihrer digitalen Dateien veröffentlichen, anbieten und verkaufen. Das Kunstmagazin Monopol beschreibt den Zusammenhang wie folgt: 

„Wenn man ein NFT kauft, kauft man einen Token und ein Objekt, das damit verknüpft ist, etwa digitale Kunst, Sammelkarten, Musik und virtuelles Land. Das NFT ist auf der Blockchain gespeichert, es ist einzigartig, authentifiziert und fälschungssicher.“[2] – Monopol

Denn bis heute werden zum Beispiel Memes Millionen Mal im Internet angesehen, kommentiert und geteilt, allerdings sind diese Interaktionen ohne Kosten verbunden. Wer ist also bereit für die virtuellen Güter zu zahlen? Griffith unterscheidet drei Arten von Käufer*innen: 

  1. Sammler*innen und Fans: Präsentation auf Social Media und Zuhause auf eigenen Bildschirmen für Freunde und Gäste
  2. Geldmacher*innen: Abwarten bis die Preise für die Kryptowährungen steigen und dann verkaufen
  3. Als Entertainment: Als Form der Unterhaltung, des Glückspiels, des sports card collectings, des Investments oder des Day tradings

Was dabei besonders ins Auge sticht, sind nicht nur die enormen Preise, sondern auch der rege Diskurs über die Vor- und Nachteile des Verkaufs der Kunstwerke über Blockchain. Zum einen spricht die Kunstwelt nämlich von einem Meilenstein for digital art collecting und zum anderen fragt man sich,[3] ob der ganze Hype nicht etwas „gaga“ ist.[4] Vielleicht trifft beides zu. Denn, wenn es heißt: $ 580.000 für ein Katzen-Gif, hört sich das erstmal für Nicht-Kenner etwas gewöhnungsbedürftig an. Doch gerade „Nyan Cat“ wird seit 10 Jahren von der Netz-Community gefeiert und hat heute den Status eines Kulturguts erreicht. 

Es ist dabei aber kaum zu übersehen, dass diesem Hype mehr Fragen als Antworten zu Grunde liegen: 

„Warum der Hype? Warum kauft überhaupt jemand digitale Kunst? Was macht man damit? Was haben NFTs mit all dem zu tun? Und was sind eigentlich NFTs? […] Wie lange hält der Hype? Wann platzt die Blase? Was passiert, wenn die Cryptowährungen einbrechen? […] Wie reagieren Galerien? Was machen Künstler:innen, die nicht im Digitalen zu Hause sind? Fangen Museen an, NFTs zu sammeln? Reagiert der klassische Kunstbetrieb vielleicht nicht, weil die Qualität digitaler Kunst nicht gesehen wird?“ – Anika Meier 

Diese Fragen stellt sich nicht nur Anika Meier in ihrem Artikel „Was sind NFTs – und warum spricht gerade die ganze Kunstwelt davon?“, sondern diese werden in der ganzen Szene heiß diskutiert. Momentan ist man noch auf der Suche nach Antworten. Doch der Hype Memes, Gifs, Animationen und Renderings ganz offiziell an Follower*innen zu verkaufen, wird erstmal bestehen bleiben. Zumal es sich für Kulturschaffende und Auktionshäuser zu lohnen scheint. Es gibt aber auch erste Kritik. Nämlich an der Nachhaltigkeit der NFT-Transaktionen: 

„In under half a year, one artist’s multi-edition NFTs have a footprint of 260 MWh, 160 tonnes of CO2 emissions.“ – Memo Akten

Weil dem so ist, wurden einige Wünsche von Künstler*innen nach Änderungen laut: Zum Beispiel nach einer Verpflichtung zu Transparenz, Kommunikation und Anleitung für CryptoArtists und einer Spende der Erlöse zur Subventionierung des ökologischen Fußabdrucks und ihrer direkten Umweltauswirkung.[5] Wer’s genauer wissen will, sollte unbedingt den Guide to ecofriendly CryptoArt (NFTs) von Memo Akten studieren oder auch den persönlichen Erfahrungsbericht „My Art Almost Destroyed the Environment – The Dark Side of NFTs & CryptoArt“ von Ten Hundred ansehen. 

Bleibt also vom Hype des digitalen Kulturguts nur noch das Unverständnis in Bezug auf die Nachhaltigkeit übrig? Eins steht fest: Die Möglichkeit die dem Kunstmarkt durch die NFTs geboten wird, ist aufregend, neu und das Wichtigste – Sie rentiert sich für das Betriebssystem Kunst. Man bezahlt jedoch auch einen hohen Preis dafür. Und das nicht nur für die Werke selbst. 


[1] https://www.nytimes.com/2021/02/22/business/nft-nba-top-shot-crypto.html?searchResultPosition=1

[2] https://www.monopol-magazin.de/grimes-verkauft-nft-kunstwerk-fuer-6-millionen-dollar

[3] https://www.christies.com/features/Monumental-collage-by-Beeple-is-first-purely-digital-artwork-NFT-to-come-to-auction-11510-7.aspx

[4] https://www.zeit.de/digital/internet/2021-03/non-fungible-token-nft-blockchain-kryptowaehrung-kunst-markt?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com

[5] https://github.com/memo/eco-nft

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