HOMOPOL: Eine Kunst Doku über die Situation der LGBTQ+ Community in Polen, Herkunft, Nationalität und Identität

Ein Ausdruck von Liebe, Hass und Hoffnung: Amadeus Pawlicas Begeisterung zum Tanz entstand schon in jungen Jahren. Im Alter von 2 Jahren kam er mit seinen Eltern nach Deutschland, wo schon früh seine musische Ausbildung begann. Ob Klavier oder Cello: Die Musik begleitete ihn seitdem und versetzte ihn in Bewegung – nämlich zum Tanzen. 

Er studierte Klassischen Tanz an der Akademie des Tanzes der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim sowie an der Royal Ballet School in London. Sein kreatives Schaffen führte ihn später an die Staatsoper Bydgoszcz, das Theater Lüneburg, das Theater Osnabrück und die Oper Zürich. 

Während der Corona-Krise erarbeitete er drei experimentelle Kurzfilme, die gesellschaftliche Probleme künstlerisch diskutieren. Einer davon ist HOMOPOL: Dieser Kurzfilm thematisiert die Situation der LGBTQ+ Community in Polen. Er gewährt einen Blick in die politischen Zustände im Land, setzt sich mit diesen auseinander und bringt sie in einen ästhetischen Kontext. 

Pawlica übersetzt seine Botschaft dafür in eine tänzerische Sprache. Eine Sprache, die die Dinge so traditionell wie zeitgenössisch bebildert. Sie ist international und bringt uns grenzüberschreitend ins Gespräch. Sie erzählt eine Geschichte, die mitgeteilt und weitergesagt werden muss. Eine Geschichte, die sich mitten in Europa abspielt und europäische Werte ignoriert.

„Als polnischer Migrant [bin ich] zwischen den Kulturen aufgewachsen, hatte immer Schwierigkeiten mich mit einer der beiden Kulturen zu identifizieren. Dazu kam noch die sexuelle Identität, die von der breiten polnischen Bevölkerung auch eher problematisch aufgefasst wird.“ – Amadeus Pawlica

Doch der Wunsch, Hoffnung zu spenden und Missstände aufzudecken, war größer und so entstanden zahlreiche Interviews mit Aktivisten, Ausgewanderten und vor Ort Lebenden. Eine „turbulente Zeit in der polnischen Gesellschaft“, wie er erzählt.  

Basslastige Club-Tracks im Kontrast zu Franz Liszt Ave Maria II, S.38: Der polnischer DJ und Aktivist AVTOMAT stellte für diesen Film seine letzte EP „Gusła (Human Rites)“ komplett zur Verfügung und Michael Walter übernahm die Rolle als Camera Assistent. So bewegt sich der Kurzfilm als ein Dokument unserer Zeit an der Schnittstelle zwischen Dokumentation und Kunstfilm – zwischen alten Mustern und neuen Positionen. Immer im tänzerischen Ausdruck der Liebe, des Hasses und der Hoffnung. 

Wer noch mehr Infos zum Projekt erfahren möchte, empfehle ich einen Besuch auf Amadeus‘ Webseite. Dort gibt es auch die zwei weiteren Video Works „Body dysmorphia“ und „Mobbing – a dance documentary“ zu entdecken.

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