Going Through Something: Eine erlebbare Performance des Kollektivs Merle | Mischke | Klee in Zusammenarbeit mit Káschem Büro und artline>Kunstmagazin

📸 Káschem Büro

Heute war Post in meinem Briefkasten. Zwei Magazine des artline>Kunstmagazins. Absender war das Káschem Büro aus Hamburg. Das genannte Fachmagazin berichtet sowohl über Bildende Kunst in Süddeutschland, im Elsass, in der Nord- und Ostschweiz, Luxembourg sowie im Vorarlberg und in Liechtenstein als auch in artlineNORD> über Ausstellungen renommierter Kunstinstitutionen, junge Kunsträume und ausgewählte Galerien in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Ich setzte mich also an meinen Schreibtisch und fing an zu blättern. Wenige Tage später sah ich Insa, eine der Grafikerinnen des Káschem Büros, per Video Call, um über ihre Arbeit zu sprechen, die im Magazin veröffentlicht wurde. 

Dabei handelte es sich um eine gedruckte Doppelseite, die sich mithilfe einer Augmented Reality Animation auf einem Smartphone in einen dreidimensionalen Raum verwandelt. Mark-Christoph Klee, der neben Coralie Merle und Jasiek Mischke Teil des abgebildeten Performance-Kollektivs ist, schaltete sich ebenfalls zu unserem Gespräch dazu. 

In unserem Gespräch sprachen wir über ihre persönlichen und beruflichen Herausforderungen der Corona-Krise und wie sich diese auf neue Formen der künstlerischen Zusammenarbeit auswirken würden. Der Titel »going through something« soll gerade die aktuelle Situation unserer Gesellschaft verdeutlichen, die »etwas durch macht«. 

Im Magazin erzählt das Kollektiv, dass es die Arbeit wohl ohne Corona nicht geben würde, denn erst dadurch sei die Suche nach einer alternativen Form der Performance entstanden.Mark-Christoph berichtete mir außerdem, dass sich die Visualisierung der Bewegung bei diesem Prozess als äußerst komplex gestaltet hat. Drei menschliche Körper kopfüber von der Decke hängend scannen. Ein kleines Abenteuer. Im Interview des Magazin beschrieben sie es so:

„Die Körper dürfen sich dabei nicht rühren. Wir wollten dennoch Bewegung suggerieren, das einfachste war der Fall.“[1]

Durch die User, die den QR-Code durch eine beliebige Scan-App oder durch die reguläre Smartphone-Kamera scannen, setzt sich die feinsinnige Typografie des Káschem Büros in Bewegung. Die Grafikerin erwähnte, dass sie sich die Aufgabe gestellt hatten, die Typografie so in Szene zu setzen, dass sie mit den Körper-Elementen gut zusammenpasst und so Bezug aufeinander genommen wird.

In Zukunft wird ein XL-Druck der Magazinseite entstehen und in den halb-öffentlichen Raum wie beispielsweise Schulen geklebt werden, wie Mark-Christoph verrät. Man könnte also meinen, es geht nicht nur um das Magazin als Bühne, sondern um den Arbeitsprozess als Art der Performance, als Ausdruck für Interdisziplinarität und als Form der Interaktion zwischen Werk und Rezipient. 

Zum Abschluss haben wir uns nochmal zugewunken. Insa aus Hamburg, Mark-Christoph aus Amsterdam und ich aus Aachen.

_
Idee, Konzept und Gestaltung von Merle | Mischke | Klee (Coralie Merle, Jasiek Mischke & Mark-Christoph Klee) und Káschem Büro (Nina Massow und Insa Kühlcke-Schmoldt); AR-Umsetzung von Medienkünstler Patrick Will; Erschienen in Artline Nord; 2020;

Die Konzeption wurde unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown« der Hamburgischen Kulturstiftung sowie das »Nationale Performance Netz – Stepping Out«, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative »Neustart Kultur« Hilfsprogramm Tanz. Die Projektumsetzung wurde gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein sowie im Impulsprogramm »Kunst trotz Abstand« des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.


[1] artline>Kunstmagazin: Das Magazin als Bühne (01-02 2021) Freiburg, S.7. 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.