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Digitales Art Portfolio: Das Verhältnis von Künstler*innen, ihrer Kunst und dem Internet

Wie es schon der deutscher Maler und Grafiker Paul Klee zu sagen pflegte: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“[1] Das, was vergessen wurde und das, was verborgen bleibt. Sie macht das Unklare deutlich und das Verborgene erkennbar. Doch was passiert, wenn Künstler*innen zu YouTubern werden und die eingereichte Kunstmappe im Internet präsentiert wird? Was macht das mit der Kunst? Und was macht eine*n Künstler*in im digitalen Zeitalter noch aus? 

Kurzer Faktencheck: Insgesamt gibt es 33 Kunsthochschulen in Deutschland.[2] Im Studienjahr 2018/2019 haben hier etwa 5.572 Personen ein Studium an Kunsthochschulen begonnen.[3] 2016 landete die Universität der Künste (UdK), Berlin im weltweiten Ranking auf Platz 74. Den ersten Platz belegte das Royal College of Art, London.[4] Im Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten (Künstlersozialversicherungsgesetz – KSVG) ist zur gesetzlichen Definition der Künstler*innen in Deutschland im §2 Folgendes festgehalten: 

“Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.”[5]

Zugegeben, das Gesetz gibt es schon seit dem 01.08.1981. Wie steht es also heute um die Künstler*innen? 10 Jahre nach der Veröffentlichung von Instagram, ist die Plattform wohl die beste Adresse, um sich selbst als Künstler*in mit den eigenen Kunstwerken zu präsentieren, zu vermarken und sich mit anderen Usern zu vernetzen. Die Kunstschaffenden werden zu Content-Creatorn und gestalten einen Feed, der einem Gesamtkunstwerk gleicht. Ein Art Portfolio sowohl von inhaltlicher als auch digitaler Dichte. 

Auf YouTube ist die Art des Art Portfolios eine andere. Persönlich, erzählerisch und oft mit ruhiger Musik hinterlegt: Hier berichten Kunststudierende von ihrem Studium und der ersten Hürde ihrer Laufbahn – Der Eignungsprüfung. Sie geben Tipps und Hilfestellungen für eine erfolgreiche Kunst- oder Designmappe, sprechen den Zuschauer*innen Mut zu und teilen ihre Geschichte der Mappengestaltung. So werden Künstler*innen zu YouTubern mit dem Genre: Erklärvideo. Ist das schon moderne Kunstvermittlung? 

Ein Art Portfolio kann man aber natürlich auch als eigene Website gestalten. Jimdo und wix bieten gerade für Fotografen, Künstler*innen oder Designer*innen die Möglichkeit ein Online Portfolio zu erstellen. War es früher noch die Visitenkarte, ist es heute die eigene Website, das Instagram-Profil oder der YouTube-Kanal.

Die Neugier der Kunstinteressierten ist dabei groß. Videos zu Art Portfolios werden oft bis zu 2 Mio. mal geklickt. Gezeigt wird die Kunst des 21. Jahrhunderts aus der eignen Sammlung in einer Galerie der Sozialen Medien. Ihre Kunst macht den Mythos des Genies greifbar und sie selbst zu vorbildhaften sowie nahbaren Künstler*innen.

Ob nun als stille*r Zuschauer*in oder als Content Creator: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“[6] und um mit einem treffenden Zitat von Madonna in ein neues Online-Semester zu starten: „Es ist Zeitverschwendung, etwas Mittelmäßiges zu machen.“[7]


[1]http://zitate.net/zitat?id=4711

[2]https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kunsthochschule_in_Deutschland

[3]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36905/umfrage/studienanfaenger-an-kunsthochschulen/

[4]https://page-online.de/branche-karriere/die-25-besten-art-design-universitaeten-der-welt/

[5]https://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/__2.html

[6]https://www.sueddeutsche.de/muenchen/streit-um-ein-zitat-von-valentin-oder-nicht-1.4168580

[7]http://zitate.net/zitat?id=4775

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